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    Björn Traub

Schallwellen

Der See in der Kluterthöhle ist für den ungeübten Besucher nicht sichtbar.

Sein Wasser ist völlig klar und es liegt ebenso regungslos im teilweise drei Meter tiefen Becken.

In ihm leben scheue, fast unsichtbare Krebstiere ...
... und ein straußenähnliches metallenes Wesen.

Letzteres war noch scheuer als die kleinen Krebstierchen. Es hatte sich den Menschen nie gezeigt. Selbst die Teilnehmer der regelmäßigen Abenteuerführungen hatten es nie zu Gesicht bekommen.

Einzig Wolfram Lakaszus behauptete, dass es existiere und dass er wüsste, wie man es hervorlocken könne. Aber aus dem wie machte auch er ein Geheimnis.

Und so kam es, dass die Jury der Starke-Orte-Ausstellung Höhlenkunst 2012 Herrn Lakaszus zwang, die Karten auf den Tisch zu legen. Sein Vorschlag das Tier hervorzulocken wurde kurzerhand bewilligt.

 

Wie es Lakaszus dann tatsächlich gelang, für eine Zeit lang dem metallenen Tier die Scheu  völlig zu nehmen, haben selbst die hartgesottenen Medienvertreter des örtlichen Blogs nicht herausbekommen.

 

Sieben Wochen lang (von Ende April, bis Anfang Juni 2012) kokketierte das straußenähnliche metallene Wesen mit den Höhlenbesuchern.

Sobald sich ein Besucher näherte, tauchte es aus der Tiefe auf und erschien am seichten Ufer des Sees.

Es wartete darauf, dass der Höhlenbesucher sich muckste:

Schon beim kleinsten Laut eines Höhlenbesuchers begann es zu schnurren und wedelte heftig mit seinem paddelähnlichen Schwanz. Der See bildete Wellen.

Und so kam es, dass auch dem unwissendsten Besucher die Präsenz des Sees gewahr wurde.

 

Leider wurde das Wesen seit Anfang Juni 2012 in der Höhle nicht mehr gesehen. In zeitlicher Koinzidenz zum Ende der Höhlenkunst 2012 verschwand es wieder in den weit verästelten Gängen der Höhle.

Bis heute ist es niemandem mehr gelungen es abermals hervorzulocken.
Einzig Lakaszus behauptet, dass es ihm garantiert wieder gelingen würde, bekäme er dafür vorab ein attraktives Honorar überwiesen.

Kontext

Starke Orte - Höhlenkunst 2012, Ennepetal

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