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Akkordeon01 & Akkordeon02

Akkordeon01 & Akkordeon02 entstanden im Rahmen von duistanz und About Sky(s).

Die Tanzproduktion von Kaiser Antonino & Guest Artists (The Roof-TanzRaum) entstand im Sommer 2013 unter den Augen der Öffentlichkeit in Dani Karavans Garten der Erinnerung in Duisburg.

Insgesamt fünf Abende wurden entwickelt und einem großen Publikum präsentiert, das sich größtenteils bis dato noch nicht mit zeitgenössischem Tanz beschäftigt hatte.
 

Klanglich basieren die entstandenen Performances vor allem auf der Stimme unserer Sopranistin Janin Roeder und auf dem Sound von Marko Kassls Akkordeon.

Die Kompositionen wurden von Roeder und Kassl eigens für das Projekt entwickelt. Bei einigen Stücken orientierten sie sich dabei an Werken von Luciano Berio, Alvin Curran, Rami Fortis, Georg Friedrich Händel, Toshio Hosokawa, Jim O’Rourke, Nicola Sani und Gerhard Stäbler.

Um vor allem tiefer in diese Klangwelt einzusteigen, um die sommerliche Stimmung bei den Proben und Aufführungen einzufangen und um die zahlreich teilhabenden Anwohner und Parkgäste auch teilnehmen zu lassen, habe ich zwei interaktive Skulpturen entwickelt, die wir unseren Gästen im zeitlichen Umfeld unserer Aktivitäten zu Nutzung zur Verfügung stellen konnten.

 

Die beiden spektakulären Musikinstrumente entstanden in enger Zusammenarbeit mit Peter Amann, in dessen Solinger Werkstatt die Objekte physische Gestalt annahmen und mit zusätzlicher Unterstützung durch Reiner Langer, der noch wenige Stunden vor ihrem ersten Einsatz den beiden Maschinen noch seine farbliche Note gab.
Während der Konzeptionsphase unterstützte der bekannte Krefelder Akkordeonbauer Wolfgang Bratz das Projekt mit Rat und einigen Materialien.

Anders als bei herkömmlichen Akkordeons üblich, werden Akkordeon01 & Akkordeon02 im Team gespielt. Beide Instrumente eignen sich nur schlecht für egomanische Solisten.

Es werden immer mindestens zwei Musiker benötigt (bei Akkordeon02 besteht die optimale Besetzung sogar aus vier Spielern).

Auch wenn beide Instrumente entfernt mit klassischen Akkordeons verwandt sind - es handelt sich im Kern ebenfalls um selbstklingende Unterbrechungs-Aerophone - so geht ihr musikalisches Vermögen doch weit darüber hinaus.

 

Der Spielkopf von Akkordeon01 besteht aus einem ca. 70 Jahre alten Klaviatur-Diskant eines klassischen chromatischen Akkordeons.

Die Lunge von Akkordeon01 wird vom über 100 Jahre alten Gebläse (Saugluftpumpe) einer aufgegebenen Orgel sowie dem Balg eines anderen undatiert alten Handzuginstruments als Vakuumreservoir dargestellt.

Der Antrieb wurde teilweise aufwändig von uns restauriert. Eines der historischen Lederzahnräder war defekt. Wir haben es technisch nachgezeichnet und mittels eines Lasers aus schwarzem Acryl nachfertigen lassen (vielen Dank an Kay Ostermann, Geschäftsführer der Lobotec GmbH, Witten, der uns dies ermöglichte).

Lediglich für das Fahrwerk wurden neuwertige Materialien eingesetzt.

Neben dem typischen Sound freischwingender durchschlagender Zungen eines Akkordeons bietet Akkorden01 einen sanften Rhythmus auf Basis des Surrens seines Kurbelantriebes sowie des schnaufenden Atmens seiner Pumpenventile.

 

Akkordeon02 wurde auf die Bedürfnisse von Viererteams abgestimmt. Neben dem Pumper, der für einen sanften Atemklang sorgt und nebenbei die Luftversorgung des Instruments bereitstellt, werden zwei Akkordeonisten benötigt, die, einander gegenüber in die Augen schauend, ihren Diskant bzw. ihren Bass intonieren.
Vervollständigt wird das Team durch einen Percussionisten, dem das Instrument ein urtümliches Glockenspiel und ein Cinello offeriert.

Als Luftreservoir dient Akkordeon02 ein Doppel-Balg - Hergestellt aus einem gebrauchten Mängelexemplar und einer Fehllieferung, die uns beide freundlicherweise von Wolfgang Bratz kostengünstig überlassen wurden.
Angetrieben wird der Doppel-Balg durch einen Stahlseil-Zugmechanismus. Als Umlenkrollen dienen diesem Seilrollen eines aufgegebenen Torantriebes.

Auch in Akkordeon02 ging ein (über 60 Jahre altes), von seinem Vorbesitzer verstoßenes Akkordeon ein. Auf dessen ursprünglichen Balg haben wir zugunsten unserer weit leistungsfähigeren Eigenkonstruktion des Doppel-Balges verzichtet. Der Original-Balg ist noch voll funktionsfähig und wird daher sicherlich in einem späteren Projekt zum Einsatz kommen. 

 

Beteiligte Kolleg*innen

Peter Amann, Solingen
Wolfgang Bratz, Krefeld
Rainer Langer, Dinslaken
Kay Ostermann, Lobotec GmbH, Witten

Materialien

Alte Akkordeons
Stahl
Holz