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About strange things

Ein zentraler Aspekt meiner Motivation liegt im Spaß, die Welt wie sie mir erscheint möglichst holistisch zu erfassen um möglichst effektiv und nachhaltig darauf einwirken zu können.

Strenge, disziplinäre Differenzierung, Abgrenzungen und Spezialisierungen sind dabei eher hinderliche Kategorien.

Beim Erkennen, Verstehen und Beeinflussen von Strukturen spielen multidimensionale Bezüge, Zusammenhänge, Wirkmechanismen etc. eine wichtige Rolle und verlangen Beachtung.

Leider stehen wir alle in dieser Hinsicht noch am Anfang. Leitbilder, Erziehung, Aus- und Fortbildung orientieren sich nach wie vor an überkommenen Paradigmen. Das holistische Wahrnehmen fällt uns schwer. Wir sind ungeübt.

Bei meinem Engagement als Unternehmensberater habe ich gelernt, ungewöhnliche und unerwartete Wege einzuschlagen, um meine Klienten von eingefahrenen Denkmustern wegzulocken - mit viel Mut zur Regelwidrigkeit - Subversion mit einer gehörigen Portion Humor.

Im Rahmen meines künstlerischen Engagements sind mir die noch weitläufig verbreiteten Genredifferenzierungen suspekt. Glücklicher Weise sehen dass zunehmend mehr KollegInnen ebenso.

Die klassischen Genreschubladen sind in unserer mediatisierten und globalisierten Welt unnatürlich geworden. Blende ich als Akteur die Kontexte meiner Handlungsfelder aus, verringere ich die Chancen erheblich, einen oder besser viele Rezipienten zu neuen Erkenntnissen zu inspirieren.

Nicht zuletzt deshalb kann ein Kunstwerk meines Erachtens nicht für sich stehen, auch dann nicht, wenn es über ein gewisses "Eigenleben" verfügt, wie bei den kinetischen und den interaktiven Varianten.
Mangels Interpersonalität stellen auch die ästhetischen Aspekte keinen Eigenwert des Werkes dar.

 

Ein Werk steht immer in einem Kontext, zu dem der Ort, dessen Geschichte, die vorhandenen und die anlässlich des Werkes erschienenen Menschen ebenso zählen, wie das Team der Produzenten des Werkes und deren jeweilige Geschichten und Absichten.
Erst dieses Netzwerk mit Knotenpunkten aus Personen, Orten, Historien und Verbindungskanten aus Beziehungen, Ideen und Absichten verleihen dem Werk Sinn. Produzenten und Rezipienten betten die Begegnung in den jeweils eigenen Verständnishorizont ein. Was dabei entsteht ist Wissen und dieses wiederum erweitert nicht nur individuelle, sondern auch kooperative Handlungsoptionen.

Um derlei Prozesse zu beschleunigen, steht im Fokus der Projekte des bureau of innovation und seiner diversen Marken wie Strange Things, Strange Places, PureSpell etc. deshalb nicht selten ein eher nonkonformistisches Spiel mit Alltagssituationen, Alltagsgegenständen, Technologien und gesellschaftlichen und kulturellen Generalisierungen.

Materialien und Techniken spielen in den Projekten eine nachrangige Rolle, wobei im Zweifelsfalle die Wiederbelebung von vorhandenem Verstoßenem, Weggeworfenem oder anderweitig Überflüssigem Vorrang vor vollkommen neu Herzustellendem hat.

Schon bei den Auftragsarbeiten für einzelne interaktive Objekte zählt bereits der konzeptionelle  Aushandlungsprozess zwischen Kunstkäufer und Produzententeam zu den Bestandteilen des entstehenden Werkes.

Viele der Projekte sind das Ergebnis interdisziplinärer Kooperation temporärer Komplizenschaften.
Ob sich alle Komplizen dabei schon von Beginn eines Projektes an selbst als Künstler wahrnehmen, ist wiederum nebensächlich, denn spätestens durch dass interaktive Element der Objekte und Installationen korrodieren die Grenzen zwischen Künstlern, Wissenschaftlern, Handwerkern und Rezipenten.

Frank Best über WL

Der Mensch hinter den „Strange Things“ – ihr Schöpfer:
Sicher selbst auch ein wenig „strange“: ein wenig „anders“, ein wenig „merkwürdig“ und ein wenig „komisch“. Ganz sicher aber fast immer „überraschend“, fast immer „provozierend“.

Diese Eigenschaften, ja Eigenheiten, sind der rote Faden durch das Leben von Wolfram Lakaszus: Realität, Verhaltensweisen und Denkmuster in provozierender und überraschender Form widerzuspiegeln führt in der Kunst zu faszinierenden Objekten und hilft im Wirtschaftsleben Unternehmen, notwendige Veränderungen zu erkennen und einzuleiten.

Substanz – fachliche und konzeptionelle Tiefe – ist dabei allerdings die Grundlage dafür, dass Provokation nicht als Effekthascherei verpufft, sondern zu konstruktiven Reaktionen, zu kreativen Reflektionen, animiert und so zu Innovationen führt.