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duistanz & About Sky(s)

Wir glauben, dass der Körper als Instrument über die Fähigkeit Vergangenheit zu bewältigen verfügt und dass er gleichzeitig auf intuitive Weise in der Lage ist, neue Rezepte zu finden. Der Körper als eine gemeinsame universelle Sprache, die über das Wort hinaus geht und die Fähigkeit hat, eine echte Kommunikation zu schaffen.

duistanz ist eine neue Plattform der Choreographen Avi Kaiser und Sergio Antonino für zeitgenössischen Tanz, konzipiert für einen besonderen Teil des Duisburger Innenhafens, den Garten der Erinnerung

Ab Ende Juli 2013 erschließen wir den Garten der Erinnerung. Das Ludwigsforum - die Ruine einer alten Lagerhalle - werden wir dabei als offenes und öffentliches Atelier und Forschungslabor einsetzen.

Der Ort, seine Anwohner und seine Nutzer sind dabei Quell der Inspiration und Grundlage unserer Untersuchungen. Es entsteht eine gemeinsame Arbeit mit den Anwohnern des Gartens der Erinnerung und Interessierten aus der Umgebung, bei der wir unsere jeweiligen kulturellen Hintergründe, unsere Ausdrucksformen und unsere Energien teilen werden.

Durch die offene Struktur des Projektes eignen sich die Menschen den Garten wieder als Treffpunkt für Kreativität, Auseinandersetzung und Diskussion an.

Unser Projekt wird sich mit den Spezifika des Ortes beschäftigen und eine Brücke zwischen unseren heutigen Lebensenergien zur Geschichte des Ortes bauen.

Gemeinsam werden wir die versteckten Potenziale dieser inzwischen eher als Unort wahrgenommen Zone wieder freilegen.

Die Wahrnehmung des Ortes wird sich verändern, der Genius Loci des Gartens der Erinnerung wird erfahrbar.

 

Ablauf

In der Regel an den Nachmittagen arbeitet das Team im Garten. An den jeweils darauf folgenden Vormittagen werden im Studio von The Roof-TanzRaum die Erfahrungen in Formen und Bewegungen übersetzt. Der sukzessive Fortschritt ist dabei für alle Interessierten leicht nachvollziehbar.

Von Mittwoch, 21.8. bis Sonntag, 25.8.2013 werden die Erkenntnisse und Ergebnisse dann präsentiert.

Inzwischen haben wir die Programmtitel für die Abende festgelegt:

Mi., 21.8.2013, 19 Uhr  Meeting the white
Do., 22.8.2013, 19 Uhr  In the mood of wave
Fr., 23.8.2013, 19 Uhr  The here and now
Sa., 24.8.2013, 19 Uhr  About Sky(s) 1
So., 25.8.2013, 17 Uhr  About Sky(s) 2

Wir nutzen den öffentlichen Raum. Nicht zuletzt deshalb sind die Teilnahme und das Zuschauen selbstverständlich kostenlos.

 

Dani Karavans Garten der Erinnerung.

Der Garten der Erinnerung ist ein 1999 nach Plänen von Dani Karavan angelegter Stadtpark im Innenhafen Duisburg.
Er ist das bis dahin umfangreichste Projekt des Land-Art-Künstlers in Deutschland.

Ein Ort, der religiöse Elemente (Synagoge), Mauern einer alten Stadt, Infrastruktur des Handels, ein Heim für alte Menschen einschließt, in einer Architektur, die neue Gebäude und zurückgebliebene Ruinen integriert.

Es sollte einmal ein Ort, an dem sich Menschen treffen, ein Ort der Diskussion, ein Ort, an dem Künstler verschiedener Disziplinen ihren Wohnsitz haben, entstehen. Ein Ort am dem die Kreativität die Kraft zur Erneuerung liefert.

Leider sind diese Ziele heute längst vergessen.

Städtische Zonen wie diese, existieren vielerorts. Unsere Arbeitsweise mit dem Ort und vor allem mit den Menschen vor Ort ist prototypisch.

Eine intensive Zusammenarbeit mit Architekten und bildenden Künstlern aus dem Ruhrgebiet, Israel und Italien wird für tiefgehende und vielfältige Einsichten in das gewählte Themengebiet sorgen. Die Sprache des Körpers in Reaktion auf von Licht, Raum, Dichte, Lärm, Verschmutzung.

Zur Erkundung dieser vordringlichen Aspekte unseres Lebens bezieht About Skys Tänzer, Schauspieler und Musiker ein.

 

Die Psychologie hat sich vor allem auf die Menschen selbst konzentriert, die Untersuchung deren "Innenlebens" aus Kognitionen, Emotionen, Persönlichkeit. Aber Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte haben uns gezeigt, dass es unmöglich ist, das menschliche Verhalten, ohne Berücksichtigung des wo - also des Ortes an dem es stattfindet - zu verstehen.

Die Architektur und die Landschaft haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung unserer Identität, unserer Gedanken und Gefühle. Gleichzeitig ist der Mensch das Wesen, dass sich die Welt, wie kein anderes, durch Eingriffe in Landschaft und Architektur auf seine Wünsche hin anzupassen vermag.

 

Der Körper hat die Möglichkeit in einer direkten und non-verbalen Weise zu fühlen, zu kommunizieren und Energien zu teilen. Weit hinausgehend über die Möglichkeiten von Sprache, Politik, Religion, Nationalitäten.

Ein Weg, über den wir unsere grundlegenden Instinkte erreichen.

Trotz der Tatsache, dass eine Geste bereits in der Sekunde verflogen ist, in der sie endete, hat die Bewegung die Fähigkeit, in einer sehr anschaulichen Weise unsere Wahrnehmung von der Umgebung, in der wir leben, zu verändern.

Der Genius Loci ist ein intelligenter Geist oder eine magische Kraft, die einem Ort innewohnt.

Künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum bieten Emotionen und Reflexionen, durch die die Orte besser sichtbar und nutzbar werden.
Ein Platz, der sonst täglich zerstreut überquert wird, lädt sich auf und gewinnt auf besondere Weise an Bedeutung.
Die künstlerische Aktion auf besagtem Platz wird - in gewisser Weise - wichtiger, als die öffentliche Nutzung des Platzes selbst.

In der heutigen Zeit wünschen sich Bürger auf der ganzen Welt einen Einfluss auf die Verhaltensmuster und Funktionsweisen von Institutionen, die sich mit ökonomischen, juristischen, sozialen, gesundheitlichen und kulturellen Fagen beschäftigen.

Wir sind nie unabhängig von dem, was um uns herum geschieht, noch weniger, wenn wir allein sind. Unser Körper ist ein Organ um mit der Umwelt wie ein Stein eine Flechte oder ein Blatt zu Verschmelzen.

Gianni Celati (zit. nach Lucia Citterio)

 

Konzept und Choreographie:
Avi Kaiser, Sergio Antonino

Tanz:
Sergio Antonino, Paolo Fossa, Mareike Franz, Avi Kaiser, Lihito Kamiya, Giada Scuderi

Sopran: Janin Roeder

Akkordeon: Marko Kassl

Klang- und Bühnendesign: Wolfram Lakaszus

Video: Dimitri Tsantidis

Foto: Giovanni Pinna

Beteiligte Kolleg*innen

Mit Musik, inspiriert unter anderem durch:
Luciano Berio, Alvin Curran, Rami Fortis, Georg Friedrich Händel, Toshio Hosokawa, Jim O’Rourke, Nicola Sani und Gerhard Stäbler


In Kooperation:
Stadt Duisburg
Jüdische Gemeinde Duisburg
Wilhelm Lehmbruck Museum

Gefördert durch

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW
Kuststiftung NRW